Mein Hund war eine Zumutung - aber in Wahrheit ist er ein Geschenk
- Die Menschen-Trainerin für Hunde

- vor 16 Minuten
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Manchmal kommt ein Hund in unser Leben, der uns herausfordert, an unsere Grenzen bringt – und genau das ist das größte Geschenk, das er uns machen kann.

Seit ich Mahalo in mein Leben gelassen habe, spüre ich, wie viel Wahrheit, Tiefe und Heilung in seiner Gegenwart liegt. Schon allein sein Name – Mahalo, „Dankbarkeit“ auf Hawaiianisch – erinnert mich daran, dass auch in den härtesten Momenten ein tiefer Sinn verborgen ist.
Fünf Jahre lang hat er mir gezeigt, wie überreizt mein Nervensystem war, wie sehr alte Muster noch wirken und wie sehr ich meine eigenen Grenzen übersehen hatte. Gleichzeitig hat er mir die Möglichkeit geschenkt, zu erkennen, dass diese Herausforderungen keine Strafe sind, sondern eine Einladung – eine Einladung, mich selbst wirklich zu sehen, zu spüren und zu heilen.
Dieser Blog ist für alle, die Hunde haben, die „kein Stein auf dem anderen lassen“, die uns an unsere Grenzen bringen, uns spiegeln und uns gleichzeitig die Türen zu unseren tiefsten Erkenntnissen öffnen.
Hunde als Spiegel des Nervensystems
Hunde leben im Nervensystem – nicht im Kopf, nicht im Konzept.
Mahalo ist ein Hund, der meine Grenzen sichtbar macht. Er reagiert sofort auf Unruhe, Überforderung oder innere Alarmbereitschaft. Sein Verhalten zeigt mir, wo mein Nervensystem noch in Alarm ist, wo alte Muster greifen und wo ich mich selbst noch übersehe.
Dieser Spiegel ist kein Vorwurf. Er ist eine Einladung: hinzuschauen, wahrzunehmen und zu lernen.
Herausforderungen als Geschenke
Viele Menschen kommen mit Hunden zu mir, die schwierig, überreizt oder reaktiv sind. Oft wird zuerst gedacht: „Warum belastet er mich so sehr?“
Bei Mahalo war es ähnlich. Ich habe oft gewünscht, er möge anders sein – leichter, entspannter, kompatibler. Doch genau diese Herausforderung hat mir die Klarheit gebracht, die sonst vielleicht nie gekommen wäre.
Herausforderungen wie diese zwingen uns, ehrlich zu werden. Sie zeigen uns: Was kann ich tragen? Wo bin ich überlastet? Wo reagiert mein Nervensystem automatisch, ohne dass ich es bewusst steuere?
Koregulation statt Kontrolle
Mahalo ist nicht nur Spiegel – er ist auch Empfänger. Er ist auf meine Fähigkeit zur Koregulation angewiesen. Ich lerne, wie ich sein Nervensystem beruhige, Sicherheit gebe und präsent bin, ohne zu überreizen.
Koregulation bedeutet: wahrnehmen statt reagieren, Präsenz statt Technik, Sicherheit statt Druck. Sie beginnt beim Menschen und entfaltet sich im Zusammenspiel. So lernen wir beide gemeinsam, ruhiger, bewusster und klarer zu werden.
Wenn Jahre plötzlich Sinn ergeben
Oft erkennt man erst nach Jahren, warum ein Hund genau zu diesem Zeitpunkt in das eigene Leben kam. Mahalo war keine Strafe. Er war eine Einladung. Ein Lehrer. Ein Geschenk.
Nicht, weil er mich heilt. Sondern weil er mich zwingt, ehrlich zu mir selbst zu sein – über Grenzen, Müdigkeit, alte Muster und mein Nervensystem.
Einladung zum Nachspüren
Wenn dein Hund dich herausfordert, dich wütend macht oder dich an deine eigenen Grenzen erinnert, lade ich dich ein, die Frage zu stellen:
Nicht: „Wie bekomme ich meinen Hund in den Griff?“ Sondern: „Welche Lektion zeigt er mir hier? Was können wir gemeinsam lernen?“
Manche Hunde kommen nicht, um nur zu begleiten. Sie kommen, um uns zu verändern – leise, behutsam, unaufhaltsam.
Und wie Mahalo zeigt: Selbst die härtesten Lektionen tragen die Möglichkeit tiefster Dankbarkeit in sich.
MAHALO




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