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FAQ – BEZIEHUNG & FÜHRUNG VERSTEHEN
Häufige Mythen über Beziehung, Nähe und Führung

WARUM MIR TRANSPARENZ WICHTIG IST

Im heutigen Hundetraining wird viel über Beziehung, Vertrauen und positive Bestärkung gesprochen. Diese Begriffe sind wichtig – werden aber häufig sehr unterschiedlich interpretiert. Um Missverständnisse zu vermeiden, ist mir Transparenz besonders wichtig.
Meine Arbeit basiert auf einem klaren Verständnis von sozialer Struktur, Verantwortung und Führung im Zusammenleben mit Hunden. Hunde brauchen Orientierung, Regeln und eine verlässliche Bezugsperson, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Beziehung bedeutet für mich nicht Beliebigkeit, sondern Sicherheit durch Klarheit.


ABGRENZUNG ZU REIN POSITIVER ARBEIT

Ich arbeite nicht ausschließlich mit rein positiver Bestärkung. Nicht, weil Lob oder Belohnung grundsätzlich falsch wären, sondern weil sie allein der sozialen Realität des Hundes nicht gerecht werden.

In einer natürlichen Hundegruppe wird Verhalten nicht ständig bestätigt oder „belohnt“. Integration entsteht durch das Einhalten von Regeln, durch klare Kommunikation und durch Korrekturen, wenn Verhalten die soziale Ordnung stört.

 

Rein positive Ansätze vermeiden oft jede Form von Korrektur. Das mag gut gemeint sein, führt jedoch häufig dazu, dass Hunde überfordert werden, weil ihnen Orientierung fehlt. Zu viel Freiheit, fehlende Grenzen und Vermenschlichung können Stress, Unsicherheit und Problemverhalten fördern.

Gleichzeitig arbeite ich nicht mit Härte, Angst oder Gewalt im Sinne der sogenannten „alten Schule“. Meine Korrekturen sind klar, fair, situationsangepasst und überwiegend körpersprachlich. Ziel ist nicht Unterordnung, sondern Stabilität. Ein Hund, der sich sicher geführt fühlt, muss keine Probleme entwickeln, keine Entscheidungen tragen und keine Verantwortung übernehmen, die ihn überfordert.

Arbeiten Sie hierarchisch mit Hunden?

Ja. Hunde sind soziale Lebewesen, die sich in klaren Hierarchien orientieren. Eine stabile soziale Ordnung gibt Sicherheit und verhindert Konflikte. In einer Mensch-Hund-Gemeinschaft übernimmt der Mensch diese Führungsrolle – klar, fair und verantwortungsvoll.

Korrigieren Sie Fehlverhalten?

Ja. Fehlverhalten wird korrigiert, weil Orientierung und Grenzen für Hunde essenziell sind. Korrektur bedeutet dabei keine Strafe im alten Sinne, sondern eine klare Rückmeldung, welches Verhalten im sozialen Zusammenleben akzeptabel ist und welches nicht.

Warum arbeiten Sie nicht ausschließlich mit Lob und Leckerlis?

In der natürlichen sozialen Struktur von Hunden wird Verhalten nicht ständig belohnt. Integration in eine Gruppe entsteht durch das Einhalten von Regeln, nicht durch permanente Bestätigung. Lob ist somit soziale Anerkennung. Orientierung entsteht vor allem durch klare Kommunikation und Verlässlichkeit. Eine solche Arbeit "kann" massive Auswirkungen auf einen Hund haben, das beschreibe ich hier konkret.

Ist Ihre Arbeit „alte Schule“?

Nein. Ich arbeite nicht mit Härte, Angst oder Gewalt. Gleichzeitig distanziere ich mich von Trainingsansätzen, die jegliche Korrektur vermeiden. Mein Ansatz liegt dazwischen: klar, fair, körpersprachlich, mit Autorität – aber ohne Gewalt.

Warum brauchen Hunde Regeln und Grenzen?

Grenzen geben Sicherheit. Ein Hund, der zu viele Entscheidungen selbst treffen muss, gerät unter Stress und entwickelt häufig Problemverhalten. Klare Regeln entlasten den Hund, weil er sich auf seinen Menschen verlassen kann und nicht selbst Verantwortung übernehmen muss.

Was bedeutet Beziehung in Ihrer Arbeit?

Beziehung bedeutet nicht, dem Hund alles zu erlauben oder auf Kontrolle zu verzichten. Beziehung heißt Verantwortung zu übernehmen: Führung, Schutz, Struktur und klare Kommunikation. Genau dadurch entsteht Vertrauen und Stabilität.

Arbeiten Sie auch mit den Menschen?

Ja, immer. Hundeprobleme sind fast immer Beziehungs- und Strukturprobleme im Alltag. Ich vermittle den Menschen, wie sie klar, ruhig und souverän auftreten können, sodass der Hund Orientierung findet.

Warum gibt es heute so viele Problemfälle mit Hunden?

Viele Hunde leben heute ohne klare Strukturen, Grenzen oder Führung. Gut gemeinte Freiheit, fehlende Korrektur und Vermenschlichung überfordern Hunde massiv. Das kann zu Stress, Aggression und gefährlichem Verhalten führen. Prävention beginnt mit klarer Verantwortung.

Ist Autorität nicht etwas Negatives?

Nein. Autorität bedeutet nicht Unterdrückung, sondern Kompetenz, Ruhe und Verlässlichkeit. Für Hunde ist eine souveräne Autorität ein Zeichen von Sicherheit – nicht von Angst.

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„Mein Hund folgt mir überallhin. Das zeigt doch, dass er mich liebt, oder?“

Nähe allein ist kein Beweis für eine stabile Beziehung.

Ein Hund, der seinem Menschen ständig folgt, kann:

Bindung zeigen – oder

Orientierung suchen – oder

Unsicherheit kompensieren – oder

Kontrolle ausüben, weil Führung fehlt
 

Aus Hundesicht bedeutet ständiges Hinterherlaufen oft nicht Liebe, sondern: „Ich weiß nicht, wer entscheidet – also bleibe ich in deiner Nähe.“ Echte Sicherheit zeigt sich nicht durch permanentes Folgen, sondern durch die Fähigkeit, sich zu lösen.

„Mein Hund sucht ständig Körperkontakt. Das ist doch Beziehung?“

Körperkontakt ist angenehm – für Hund und Mensch.

Aber auch hier gilt: Kuscheln ersetzt keine Struktur.

Ein Hund kann Nähe suchen, weil:

er gelernt hat, dass Nähe Stress reduziert

er sich selbst regulieren muss

ihm klare Führung fehlt

In stabilen Sozialstrukturen ruhen Hunde oft nebeneinander, nicht dauerhaft aufeinander. Beziehung bedeutet nicht ständige Nähe – sondern innere Ruhe.

„Er schaut mich immer so liebevoll an. Er ist sehr auf mich fixiert.“

Ein intensiver Blick kann vieles bedeuten:

Erwartung

Unsicherheit

Abhängigkeit

mangelnde Orientierung

Fixierung ist nicht gleich Bindung.

Ein Hund, der innerlich sicher ist, muss seinen Menschen nicht permanent lesen. Er vertraut darauf, dass Entscheidungen getroffen werden.

„Aber mein Hund liebt mich doch. Warum sollte das ein Problem sein?“

Liebe ist kein Problem.

Problematisch wird es, wenn Liebe Struktur ersetzt.

Hunde brauchen keine perfekte Beziehung. Sie brauchen eine klare soziale Ordnung.

Ohne diese Ordnung entsteht Verantwortung beim Hund – und Verantwortung erzeugt Stress.

„Reichen positive Bestärkung, Leckerli und Training nicht aus?“

Belohnung kann Verhalten formen.

Sie kann aber keine Führung ersetzen.

Konditionierung beantwortet die Frage: „Was lohnt sich?“

Führung beantwortet die viel wichtigere Frage: „Wer übernimmt Verantwortung?“

Beziehungsstruktur entsteht nicht durch Training, sondern durch Haltung, Klarheit und Entscheidung.

 

„Woran erkenne ich eine gesunde Mensch–Hund-Beziehung?“

Nicht an Perfektion. Nicht an Gehorsam. Nicht an Nähe.

Sondern an:

Orientierung am Menschen

Fähigkeit des Hundes, zur Ruhe zu kommen

Entspannter Distanz

Klar verteilten Zuständigkeiten

einem Hund, der nicht führen muss

 

Für wen diese Arbeit nichts ist

Diese Arbeit ist nichts für Menschen,

die Bestätigung statt Reflexion suchen

die Verhalten „wegtrainieren“ wollen

die Führung mit Härte verwechseln

oder Nähe mit Beziehung gleichsetzen

 

Sie ist für Menschen, die bereit sind, sich selbst zum Orientierungsrahmen für ihren Hund zu entwickeln.

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