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Erlernte Hilflosigkeit Hund

Erlernte Hilflosigkeit - oft falscher Gebrauch eines Wortes in der Hundeszene

In der Hundeszene wird von einer Seite mittlerweile fast alles als erlernte Hilflosigkeit bezeichnet, was nicht über ein Belohnungssystem mit dem Hund erarbeitet wurde. Beispielsweise das körpersprachliche Blockieren des Hundes, wenn der Hund hinter dem Menschen bleiben soll, fällt in gewissen Kreisen darunter.

Erlernte Hilflosigkeit bedeutet den kompletten Kontrollverlust in einer bestimmten Situation.

 

Was auch immer der Hund tut, er kommt aus eigenem Zutun nicht aus einer für ihn unangenehmen, gar schlimmen Situation heraus und bricht innerlich zusammen. Das kann für die Psyche schwerwiegende Folgen haben und den Hund auf Dauer krank machen.

 

Fakt ist: Erlernte Hilflosigkeit tritt sehr selten und insbesondere nur bei Tieren (und Menschen) auf, die im bisherigen Leben nie gelernt haben, SELBST ein Alternativverhalten zu entwickeln, um etwas Unangenehmem auszuweichen. Mangelnde Sozialisierung und mangelnde Gewöhnung können unter anderem dafür verantwortlich sein.

Nehmen wir nochmals das körpersprachliche Blockieren, beispielsweise dann, wenn der Hund jeden entgegenkommenden Menschen anspringen will. Wird der Hund jedes Mal, bevor er überhaupt nach vorne kommt blockiert, dann wird er in den meisten Fällen irgendwann stehenbleiben, abwarten, was weiter passiert und dann selbstständig ein Alternativverhalten entwickeln. Beispielsweise sich hinsetzen oder seinen Menschen anschauen. Nun kann ich den Hund in seinem Alternativverhalten bestätigen und ihn ruhig stimmlich loben.

 

Kein Kontrollverlust des Hundes, dafür hat er selbstständig eine Alternative gefunden. Wir dürfen unseren Hunden durchaus zutrauen, dass ihre Intelligenz ihnen ermöglicht zu lernen ohne, dass wir ihnen jedes Verhalten vorgeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Wird ein Hund unverhältnismässig und für ihn nicht nachvollziehbar korrigiert oder gemassregelt, kann er absolut in die erlernte Hilflosigkeit gleiten, das steht ausser Frage. Solche Trainingsmethoden werden hoffentlich heute von niemandem mehr angewendet.

Theoretisch könnte ein Hund auch durch positive Belohnung (Verhalten beeinflussen über beispielsweise Futterbelohnung) in die erlernte Hilflosigkeit geraten. Auch hier kann Kontrollverlust stattfinden. Dann nämlich, wenn dem Hund eine Belohnung so wichtig ist, dass er dafür bereit ist, alles zu tun, was von ihm gefordert wird, auch wenn er dies ansonsten niemals aus freien Stücken zeigen würde. Problematisch ist das auch dann, wenn ein Hund sich sein täglich benötigtes Futter über Gehorsam erarbeiten muss.

Fazit: Erlernte Hilflosigkeit ist ein grosses Schlagwort, welches häufig falsch oder nicht vollständig definiert wird. Deshalb sollte es kritisch hinterfragt werden, wenn es einem um die Ohren fliegt.

Wer mehr darüber lesen will google: Experiment von Seligman / Experiment von Akihito Sonoda

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