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Hundetraining oder Hundeernährung - wir verlieren den natürlichen Bezug und somit eine gesunde Balance

  • Autorenbild: Die Menschen-Trainerin für Hunde
    Die Menschen-Trainerin für Hunde
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Hunden und ihren Menschen – als Menschentrainerin, ganzheitliche Ernährungsberaterin und Tiertherapeutin auf absolut natürlicher Basis. Und je älter ich werde – dieses Jahr werde ich 60 – desto klarer wird mir: Wir wissen heute mehr als je zuvor. Und gleichzeitig verlieren wir etwas Entscheidendes – unser Gespür. Viel Wissen und jede Theorie kann das nicht ersetzen. Einer meiner Lieblingsaussagen ist


WIR WOLLEN UNSEREN HUNDEN IMMER NÄHRER SEIN - UND WIR WAREN NOCH NIE SO WEIT ENTFERNT VON IHNEN


gibt es hier vielleicht einen Zusammenhang in dieser vertheoretisierten Entwicklung ? Für mich ja.....





Dabei geht es mir nicht um eine Ablehnung von Wissen oder Wissenschaft. Es geht um die Frage, was passiert, wenn Theorie das Fühlen ersetzt?


Wenn Hundetraining den Kontakt verliert

Im modernen Hundetraining scheint man kaum noch ernst genommen zu werden, wenn man nicht mit Studien, Fachbegriffen und Konzepten argumentiert. Verhalten wird analysiert, erklärt, kategorisiert – bis jede Spontanität verloren geht.


Dabei lebten Menschen über Jahrtausende hinweg in funktionierenden Beziehungen mit Hunden. Ohne Diagramme. Ohne Trainingspläne. Aber mit Beobachtung, Erfahrung, Intuition und gegenseitigem Respekt.


Heute erlebe ich häufig Menschen, die exakt erklären können, warum ein Hund etwas tut – aber nicht mehr wahrnehmen, was dieser Hund im Moment braucht. Der Hund wird zum Trainingsprojekt, die Beziehung zur Technik.


Natürliche Hundeernährung – Vertrauen statt Kontrolle

Ganz ähnlich zeigt sich diese Entwicklung in der Hundeernährung. Statt sich zu fragen: Was würde ein Hund von Natur aus fressen? verlieren wir uns in Tabellen, Blutwerten, Berechnungen und ständigen Optimierungen. Gehen wir so auch mit unserer eigenen Ernährung um oder ist das alles bloss eine weitere Projektion unseres Misstrauens ?


Ein Wolf frisst Fleisch, Knochen, Haut, Fell, Mageninhalt – ergänzt durch Beeren, Kräuter und das, was die Natur gerade bietet. Kein Nährstoffplan der Welt kann diese Lebendigkeit exakt abbilden.

Natürlich kann man messen und analysieren. Doch ein gesunder Organismus ist kein Rechenmodell. Er ist anpassungsfähig, intelligent und selbstregulierend. Hunde sind keine Maschinen, die nur mit perfekt kalkulierten Mengen funktionieren.


Der Zeitgeist hinter dem Kontrollbedürfnis

Für mich ist diese Entwicklung ein Spiegel unserer Zeit. Wir suchen Sicherheit in Zahlen, weil wir das Vertrauen in unsere Wahrnehmung verloren haben. Kontrolle ersetzt Verbindung. Theorie ersetzt Erfahrung.

Das gibt scheinbar Halt – kostet uns aber etwas sehr Wertvolles: die Fähigkeit, wirklich hinzuschauen, zuzuhören und zu fühlen.


Mein Plädoyer für Balance

Ich wünsche mir keine Rückkehr in eine romantisierte Vergangenheit. Ich wünsche mir Balance. Wissenschaft und Intuition. Wissen und Erfahrung. Analyse und Gespür.


Ein Hund zeigt uns jeden Tag, was er braucht – wenn wir bereit sind, ihn als Individuum wahrzunehmen. Ein Körper reagiert ehrlich auf das, was wir ihm zuführen – wenn wir ihm zuhören.

Vielleicht geht es gar nicht darum, alles immer besser erklären zu können. Vielleicht geht es darum, wieder mehr zu verstehen.


Schlussgedanke

Zurück zur Natur.

Zurück zum Gespür.

Zurück zur echten Verbindung – im Hundetraining wie in der Ernährung.

 
 
 

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