Heilkrise bei Ohrenproblemen beim Hund – wenn der Körper über die Ohren spricht
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- vor 4 Tagen
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Die Erstverschlimmerung während einer Futterumstellung mit begleitender Darmsanierung / Entgiftung des Organismus des Hundes und der Zusammenhang mit chemischen Medikamenten wie z.B. Apoquel

Gerade bei Hunden mit chronischen Ohrenentzündungen, Hefepilzen, starkem Juckreiz, blutigen Ohren oder verengtem Hörgang erleben viele Menschen während einer natürlichen Therapiephase eine große Verunsicherung. Die Ohren werden plötzlich röter. Der Hund kratzt sich häufiger. Es tritt mehr Sekret aus. Manchmal wirken die Ohren sogar schlimmer als zuvor.
Und sofort steht die Frage im Raum: „Verträgt mein Hund das nicht?“ „Muss ich jetzt eingreifen?“ „Ist das ein Rückschritt?“
In vielen Fällen lautet die Antwort: Nein. Was hier passiert, ist oft eine Heilkrise – auch Erstverschlimmerung genannt.
Warum gerade die Ohren reagieren
Die Ohren sind beim Hund kein isoliertes Organ. Sie stehen in enger Verbindung mit:
Darm und Schleimhäuten
Immunsystem
Leber und Entgiftungsprozessen
Haut als Ausleitungsorgan
Bei Hunden mit Allergien, Futtermittelunverträglichkeiten, chronischem Juckreiz oder langjähriger Medikamentengabe (z. B. Apoquel) übernehmen die Ohren häufig eine Ersatzfunktion: Sie werden zum Ventil für Prozesse, die der Körper nicht anders regulieren kann.
Beginnt man nun mit:
Darmaufbau
Futterumstellung auf natürliche Nahrung
Entgiftung
Reduktion belastender Stoffe
dann verändert sich das innere Milieu. Und der Körper beginnt, Altlasten loszuwerden.
Die TCM-Perspektive: Ohren und Nieren
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gelten die Ohren als Sinnesorgan der Nieren. Die Nieren wiederum sind eines der größten Entgiftungsorgane des Körpers – sie speichern Lebenskraft und regulieren den Wasser- und Mineralhaushalt.
Was bedeutet das für chronische Ohrenprobleme?
Sind die Ohren vorher schon schlimm, können sie während einer Entgiftungsphase noch stärker reagieren.
Das ist ein natürlicher Prozess: Die Nieren und der Körper „arbeiten durch die Ohren aus“.
Jegliche Manipulationen, aggressive Reiniger oder ständiges Reinigen können die Ausleitung blockieren.
Das bedeutet: sein lassen. geschehen lassen. Heilung passieren lassen.
Was eine Heilkrise an den Ohren bedeuten kann
Eine Heilkrise zeigt sich bei Ohren häufig durch:
vermehrtes Kratzen (zeitlich begrenzt)
stärkere Rötung
mehr Sekret oder Geruch
kurzfristige Verschlechterung des Erscheinungsbildes
empfindlichere Reaktionen auf Berührung
Wichtig zu verstehen ist: Der Körper arbeitet – nicht gegen den Hund, sondern für ihn.
Das Ohr „öffnet sich“ wieder als Ausleitungsweg, nachdem es oft lange unterdrückt oder trocken gelegt wurde.
Warum Unterdrückung das Problem langfristig verschärft
Viele klassische Ohrbehandlungen zielen darauf ab, Symptome schnell zu beseitigen:
desinfizieren
austrocknen
Pilze „abtöten“
Juckreiz unterdrücken
Kurzfristig wirkt das oft erfolgreich. Langfristig jedoch wird das Problem tiefer verlagert.
Besonders in Kombination mit immunsuppressiven Medikamenten wie Apoquel kann Folgendes passieren:
Warnsignale verschwinden
Entzündungen laufen „stumm“ weiter
die Schleimhaut wird immer empfindlicher
der Hörgang verengt sich zunehmend
Die Heilkrise dagegen ist kein Versagen – sondern ein Zeichen von Bewegung.
Wann eine Heilkrise noch normal ist – und wann nicht
Zu einer normalen Heilkrise gehören:
Schwankungen im Befinden
wechselnde Tage (besser / schlechter)
Reaktionen, die nach einigen Tagen wieder abflachen
ein insgesamt wacher, stabiler Hund
Achtung ist geboten, wenn:
starke Schmerzen auftreten
der Hund apathisch wird
eitriger, stark blutiger Ausfluss anhält
Fieber oder deutliche Allgemeinverschlechterung dazukommen
Dann braucht es ein erneutes Hinschauen – nicht blindes Durchhalten.
Vertrauen statt Kontrolle
Eine Heilkrise verlangt Vertrauen. Nicht blind – aber bewusst.
Der Körper des Hundes weiß, wie Heilung geht.
Unsere Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen:
Darm stärken
Immunsystem entlasten
Reize reduzieren
Prozesse begleiten, nicht dominieren
Gerade bei chronischen Ohrenproblemen und verengtem Hörgang ist das der nachhaltigere Weg. Je weniger Manipulation, desto eher kann die natürliche Ausleitung über die Ohren geschehen – unterstützt durch die Nieren und den gesamten Organismus.
Fazit
Wenn sich Ohren während einer natürlichen Therapie vorübergehend verschlechtern, ist das nicht automatisch ein Rückschritt. Oft ist es ein Zeichen dafür, dass der Körper beginnt, wieder selbst zu arbeiten – durch die Ohren als Entgiftungsorgan der Nieren.
Heilung verläuft selten linear.
Sie ist lebendig, individuell – und manchmal unbequem.
Doch genau darin liegt ihre Kraft: Sein lassen, geschehen lassen, Heilung zulassen.




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