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Heilkrise bei Ohrenproblemen beim Hund – wenn der Körper über die Ohren spricht

  • Autorenbild: gesHUNDesLeben Tiertherapie | Tierheilpraktiker | Ernährungsberatung
    gesHUNDesLeben Tiertherapie | Tierheilpraktiker | Ernährungsberatung
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Die Erstverschlimmerung während einer Futterumstellung mit begleitender Darmsanierung / Entgiftung des Organismus des Hundes und der Zusammenhang mit chemischen Medikamenten wie z.B. Apoquel



Erstverschlimmerung Ohren

Gerade bei Hunden mit chronischen Ohrenentzündungen, Hefepilzen, starkem Juckreiz, blutigen Ohren oder verengtem Hörgang erleben viele Menschen während einer natürlichen Therapiephase eine große Verunsicherung. Die Ohren werden plötzlich röter. Der Hund kratzt sich häufiger. Es tritt mehr Sekret aus. Manchmal wirken die Ohren sogar schlimmer als zuvor.


Und sofort steht die Frage im Raum: „Verträgt mein Hund das nicht?“ „Muss ich jetzt eingreifen?“ „Ist das ein Rückschritt?“


In vielen Fällen lautet die Antwort: Nein. Was hier passiert, ist oft eine Heilkrise – auch Erstverschlimmerung genannt.


Warum gerade die Ohren reagieren


Die Ohren sind beim Hund kein isoliertes Organ. Sie stehen in enger Verbindung mit:

  • Darm und Schleimhäuten

  • Immunsystem

  • Leber und Entgiftungsprozessen

  • Haut als Ausleitungsorgan


Bei Hunden mit Allergien, Futtermittelunverträglichkeiten, chronischem Juckreiz oder langjähriger Medikamentengabe (z. B. Apoquel) übernehmen die Ohren häufig eine Ersatzfunktion: Sie werden zum Ventil für Prozesse, die der Körper nicht anders regulieren kann.


Beginnt man nun mit:

  • Darmaufbau

  • Futterumstellung auf natürliche Nahrung

  • Entgiftung

  • Reduktion belastender Stoffe


dann verändert sich das innere Milieu. Und der Körper beginnt, Altlasten loszuwerden.


Die TCM-Perspektive: Ohren und Nieren


In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gelten die Ohren als Sinnesorgan der Nieren. Die Nieren wiederum sind eines der größten Entgiftungsorgane des Körpers – sie speichern Lebenskraft und regulieren den Wasser- und Mineralhaushalt.


Was bedeutet das für chronische Ohrenprobleme?

  • Sind die Ohren vorher schon schlimm, können sie während einer Entgiftungsphase noch stärker reagieren.

  • Das ist ein natürlicher Prozess: Die Nieren und der Körper „arbeiten durch die Ohren aus“.

  • Jegliche Manipulationen, aggressive Reiniger oder ständiges Reinigen können die Ausleitung blockieren.


Das bedeutet: sein lassen. geschehen lassen. Heilung passieren lassen.


Was eine Heilkrise an den Ohren bedeuten kann


Eine Heilkrise zeigt sich bei Ohren häufig durch:


  • vermehrtes Kratzen (zeitlich begrenzt)

  • stärkere Rötung

  • mehr Sekret oder Geruch

  • kurzfristige Verschlechterung des Erscheinungsbildes

  • empfindlichere Reaktionen auf Berührung


Wichtig zu verstehen ist: Der Körper arbeitet – nicht gegen den Hund, sondern für ihn.


Das Ohr „öffnet sich“ wieder als Ausleitungsweg, nachdem es oft lange unterdrückt oder trocken gelegt wurde.


Warum Unterdrückung das Problem langfristig verschärft


Viele klassische Ohrbehandlungen zielen darauf ab, Symptome schnell zu beseitigen:

  • desinfizieren

  • austrocknen

  • Pilze „abtöten“

  • Juckreiz unterdrücken


Kurzfristig wirkt das oft erfolgreich. Langfristig jedoch wird das Problem tiefer verlagert.

Besonders in Kombination mit immunsuppressiven Medikamenten wie Apoquel kann Folgendes passieren:


  • Warnsignale verschwinden

  • Entzündungen laufen „stumm“ weiter

  • die Schleimhaut wird immer empfindlicher

  • der Hörgang verengt sich zunehmend


Die Heilkrise dagegen ist kein Versagen – sondern ein Zeichen von Bewegung.


Wann eine Heilkrise noch normal ist – und wann nicht


Zu einer normalen Heilkrise gehören:

  • Schwankungen im Befinden

  • wechselnde Tage (besser / schlechter)

  • Reaktionen, die nach einigen Tagen wieder abflachen

  • ein insgesamt wacher, stabiler Hund


Achtung ist geboten, wenn:

  • starke Schmerzen auftreten

  • der Hund apathisch wird

  • eitriger, stark blutiger Ausfluss anhält

  • Fieber oder deutliche Allgemeinverschlechterung dazukommen


Dann braucht es ein erneutes Hinschauen – nicht blindes Durchhalten.


Vertrauen statt Kontrolle


Eine Heilkrise verlangt Vertrauen. Nicht blind – aber bewusst.

Der Körper des Hundes weiß, wie Heilung geht.


Unsere Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen:

  • Darm stärken

  • Immunsystem entlasten

  • Reize reduzieren

  • Prozesse begleiten, nicht dominieren


Gerade bei chronischen Ohrenproblemen und verengtem Hörgang ist das der nachhaltigere Weg. Je weniger Manipulation, desto eher kann die natürliche Ausleitung über die Ohren geschehen – unterstützt durch die Nieren und den gesamten Organismus.


Fazit

Wenn sich Ohren während einer natürlichen Therapie vorübergehend verschlechtern, ist das nicht automatisch ein Rückschritt. Oft ist es ein Zeichen dafür, dass der Körper beginnt, wieder selbst zu arbeiten – durch die Ohren als Entgiftungsorgan der Nieren.

Heilung verläuft selten linear.

Sie ist lebendig, individuell – und manchmal unbequem.


Doch genau darin liegt ihre Kraft: Sein lassen, geschehen lassen, Heilung zulassen.




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